In der gestrigen Predigt in der Stami St. Gallen ging es im Rahmen der Predigtserie «Leben in Gottesfurcht» um die Frage, wie sich unser Glaube ganz praktisch im Alltag zeigt. Denn Gottesfurcht bleibt nicht bei einer inneren Haltung stehen – sie prägt unser Denken, Reden, Zusammenleben und Handeln.
Wie bei einem Dominospiel baut dabei ein Stein auf dem anderen auf: Der ehrfürchtige Blick auf Gott, das Zusammenspiel von Wahrheit und Gnade, die Begegnung mit dem heiligen Gott und das Erkennen unserer persönlichen «goldenen Kälber» führen zur Frage: Wie verändert die Beziehung zu Jesus mein tägliches Leben?
In den Aussführungen habe ich 4 Aspekte fokussiert:
1.: Wer mit Christus verbunden ist, hat zunächst eine neue Identität: «Wenn also jemand mit Christus verbunden ist, ist er eine neue Schöpfung» (2Kor 5,17). Wir gehören zur Familie Gottes und sein Geist wohnt in uns. Diese neue Identität soll bestimmen, wie wir uns selbst verstehen und wozu wir unser Leben einsetzen.
2.: Daraus folgt ein erneuertes Denken. Römer 12,2 fordert uns auf, uns nicht den Massstäben dieser Welt anzupassen, sondern unser Denken von Gott verwandeln zu lassen. Was wir aufnehmen und worüber wir nachdenken, prägt schliesslich auch unser Handeln.
3.: Das zeigt sich wiederum in unseren Worten. Jesus sagt: «Denn wovon das Herz voll ist, davon redet auch sein Mund» (Lk 6,45). Es geht deshalb nicht einfach darum, «netter» zu reden. Unsere Worte sollen aus einem Herzen kommen, das von der Gnade Jesu erfüllt ist – Worte, die weiterhelfen, aufbauen und anderen guttun.
4.: Und schliesslich leben wir unseren Glauben nicht allein. Als Kinder Gottes gehören wir zu einer neuen Gemeinschaft. Apostelgeschichte 2 erinnert an vier wesentliche Elemente: die Lehre der Apostel, gelebte Gemeinschaft, das Abendmahl und das gemeinsame Gebet. Eine solche Gemeinschaft soll nicht nur uns stärken, sondern auch auf die Menschen um uns herum ausstrahlen.
Am Ende ergibt sich daraus eine geistliche «Kettenreaktion»: Lebe aus deiner neuen Identität in Christus. Lass dein Denken von ihm erneuern. Lass daraus wohltuende und hoffnungsvolle Worte entstehen. Stärke und erfrische die Gemeinschaft – und lass dich gerade dadurch ermutigen, Jesus authentisch zu bezeugen: in der Familie, in der Nachbarschaft, in Schule und Arbeit und überall dort, wo Gott dich hingestellt hat.
Denn letztlich zeigt unser Alltag, was wir wirklich glauben.
2026-09-13-Leben-in-Gottesfurcht-Alltag
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