In der Predigt in der Kirche im Park habe ich mich mit der eindrücklichen Bewegung «Von Lo-Ammi zu Gottes Volk» beschäftigt. Ausgangspunkt waren die aussergewöhnlichen Namen, die der Prophet Hosea seinen Kindern geben musste: Lo-Ammi – «Nicht mein Volk» – und Lo-Ruchama – «Kein Erbarmen». Sie machten sichtbar, wie weit sich Israel von Gott entfernt hatte. Zugleich stellte sich die persönliche Frage: Was bestimmt mein Leben, und wer ist wirklich mein Herr?
Doch Gottes Botschaft endet nicht beim Gericht. Er verspricht, sich über die «Unbegnadigte» zu erbarmen und zu «Nicht-mein-Volk» zu sagen: «Du bist mein Volk!» Darin zeigt sich bereits der Kern des Evangeliums: Jesus Christus soll unser König sein, und im Glauben dürfen wir bekennen: «Du bist mein Gott.»
Petrus greift diese Zusage auf: «Früher wart ihr nicht Gottes Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk. Früher hattet ihr kein Erbarmen erlangt, jetzt aber habt ihr Erbarmen erlangt» (1. Petrus 2,10). Durch Gottes Gnade erhalten Glaubende eine neue Identität: Sie gehören zu seinem erwählten Volk, sind eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation und Gottes Eigentum.
Diese neue Identität ist zugleich ein Auftrag. Wir sollen die herrlichen Eigenschaften dessen verkünden, der uns aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Gottes Wirken soll in unserem Wesen, Handeln und Reden sichtbar werden – in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde und in der Gesellschaft.
Das Bild einer Sonnenfinsternis fasst diese Botschaft treffend zusammen: Ohne Gott leben wir in der Finsternis. Doch durch das Evangelium begegnen uns seine Gnade und Barmherzigkeit. Wer Jesus Christus vertraut, wird Teil seines Volkes und ist berufen, sein Licht weiterzugeben.
Wo brauche ich Gottes Erbarmen neu? Lebe ich bewusst als Teil seines Volkes? Und wie kann ich in dieser Woche Gottes Licht weitergeben?
2026-08-23-Von-Lo-Ammi-zu-Gottes-Volk
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