54 Nachdem sie ihn nun festgenommen hatten, führten sie ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne. 55 Da sie aber mitten im Hof ein Feuer angezündet hatten und beisammensaßen, setzte sich Petrus mitten unter sie. 56 Es sah ihn aber eine Magd beim Feuer sitzen, schaute ihn an und sprach: Auch dieser war mit ihm! 57 Er aber verleugnete ihn und sprach: Frau, ich kenne ihn nicht! 58 Und bald danach sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch einer von ihnen! Petrus aber sprach: Mensch, ich bin“s nicht! 59 Und nach einer Weile von ungefähr einer Stunde bekräftigte es ein anderer und sprach: Wahrhaftig, der war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer! 60 Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst! Und sogleich, während er noch redete, krähte der Hahn. 61 Und der Herr wandte sich um und sah Petrus an. Da erinnerte sich Petrus an das Wort des Herrn, das er zu ihm gesprochen hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen! 62 Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.

Im Vers 33 lesen wir von Petrus, wie er selbstbewusst sagt: Herr, mit dir bin ich bereit ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. In Markus 14:29 sehen wir, dass Petrus dabei sogar aussagte: Wenn alle dich verlassen, ich nicht. Diese Begebenheit ist uns ausführlich zu unserer Belehrung überliefert. Petrus hatte seine Treue überschätzt. Insbesondere dachte er, er sei besser als die anderen. Der Herr sagte ihm seine Untreue voraus, was seine Allwissenheit einmal mehr sehr schön aufzeigt. Er war nicht einfach hilflos dem ganzen Geschechen ausgeliefert. Als Sohn Gottes war er immer Herr über dem ganzen und der zulassende Willen liess genau zum richtigen Zeitpunkt das Böse zu, welches schlussendlich eine Zielsetzung zum Heil für die Glaubenden verfolgte.

Für Petrus kam die Situation der Versuchung. Im Markus-Evangelium, welches sicherlich direkt aus dem persönlichen Zeugnis von Petrus geschrieben wurde, lesen wir in 14:71, dass er sich verfluchte und schwor, Jesus nicht zu kennen. Wir wollen nicht mit dem Finger auf ihn zeigen. Wie reagieren wir, wenn wir wegen des Glaubens Verlust und perönlichen Schaden in Kauf nehmen müssten? Sind wir bereit, uns und unsere Familie für das Zeugnis der Wahrheit zu opfern? Ohne die Kraft des Heiligen Geistes in uns wäre die unmöglich. Wir dürfen einfach still vertrauen und den Blick immer zum Herrn Jesus gerichtet haben. Leider richtete Petrus den Blick erst nach der Verleugnung auf den Herrn, welcher ihn mit Liebe anblickte.

Der innere Glaube und Haltung in Petrus kommt schlussendlich auch ans Licht. Er ging hinaus und weinte bitterlich. Er liebte ja den Herrn Jesus und war in diesem Moment sicherlich tief enttäuscht über sich selbst. Kennen wir dies nicht auch? Wir wollen dem Herrn Jesus dienen, weil wir ihn lieben. Wir wollen ihm treu sein, weil er ja alles für uns getan hat. Und doch versagen wir so oft. Auch wir dürfen über unser Versagen uns vor Gott ausweinen, Er ist treu und nimmt Dich und mich immer wieder an. Wir sehen die Annahme des Petrus wunderbar ausgeführt im Johannes-Evangelium 21:15-17. Bei all unserer Untreue bleibt uns Gott doch immer treu.

 

Kategorien: 03 Lukas2 NT

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