Prof. Dr. Johannes Krause zeigt eine bemerkenswerte Vita auf und beschäftigt sich mit Archäo- und Paläogenetik und arbeitet am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig (https://www.mpg.de/14980392/evolutionaere-anthropologie-krause)

Das mit Thomas Trappe publizierte Buch mit dem Titel «Die Reise unserer Gene – Eine Geschichte über uns und unsere Vorfahren» ist interessant geschrieben. Es gibt einen plastischen Einblick in die Arbeit der Archäo- und Paläogenetik, d.h. der DNA-Sequenzierung von z.T. jahrtausendealten Knochenfunden. Eine Kurzzusammenfassung ist in folgender Rezension zu lesen: https://www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-die-reise-unserer-gene/1638066

Er versucht dabei die Population von Europa auf Basis dieser Funde nachzuzeichnen. Ein Spezialgebiet ist dabei sein Forschungsgebiet über Krankheitserreger und historische Epidemien, wie z.B. die Pest, Tuberkulose und Syphilis.

Die wissenschaftliche Darlegung der Funde ist hoch spannend. Die Schlussfolgerungen in Bezug auf die «Ureinwanderungen» in Europa sind logisch und zeigen auf, dass diese allem Anschein nach primär aus dem Gebiet von Mesopotamien bzw. vom Osten herkamen.

Problematischer sehe ich das durchgehende Evolutions-Narrativ. Dass wir vom Menschenaffen abstammen, scheint einfach gegeben zu sein, ohne dass dies bewiesen werden kann. Auch die vielen zehntausende von Jahren gehen ins Spekulative hinein.

Seine Aussage, dass der Neandertaler das moderne Sprachgen (FOXP2) teilt sowie sich anderen Menschen vermischt hat, zeigt für mich, dass der Neandertaler auch von der Gattung Mensch war, sonst wäre ja eine Fortpflanzung mit anderen «Arten» von Menschen nicht möglich gewesen.

Weiter ergibt sich für mich, dass die genetischen Veränderungen innerhalb einer bestimmten Bandbreite sich abspielten, aber es konnten keine neuen Organe mit neuen Funktionen nachgewiesen werden. Somit zeigt dieses Buch klar auf die Mikroevolution hin, d.h. mit dem ursprünglich gegebenen Genpool (d.h. gesamte Geninformation) wird dann je nach Umfeld und weitere Fortpflanzung gewisse Merkmale (Eigenschaften) verändert bzw. zeichnen gewisse Stämme diese Eigenschaften, weil diese so weitervererbt werden.

Ich fühle mich in meiner Sichtweise nach der Lektüre gestärkt. Gott hat die einzelnen «Grundarten» der Pflanzen und Tiere erschaffen. Der Mensch bildete dabei der krönende Abschluss, nur wir haben den Geist, können Denken und uns in einer Sprache ausdrücken (Genesis 1&2). Der Sündenfall (Genesis 3) hat jedoch die ursprüngliche Situation total verändert, d.h. wir finden nicht mehr den idealen Zustand von vorher. Folgende Merkmale zeigen sich:

Die Entropie nimmt zu, d.h. jede Generation verliert genetische Information (siehe dazu das Buch «Genetic Entropy» von John C. Sanford). Somit muss ich dem Evolutionsparadigma widersprechen.

Krankheiten, welche entweder genetisch oder durch äussere Einflüsse von Viren und Bakterien verursacht werden, bilden eine traurige Realität. Diese wird im Buch von Prof. Krause lebhaft dargestellt.

Die Sünde im Menschen führt zum Egoismus und immer wieder zu Auseinandersetzungen bis hin zum Krieg. Auch dies wird im Buch durch die Erwähnung der eingeschlagenen Schädel und abzuleitenden Konflikten plastisch dargelegt.

Nach der Sintflut (Genesis 6-10), welche eine Verengung des Genpools in 8 Personen bzw. schlussendlich 3 Paare brachte zeigte die erste nachsintflutliche Zivilisation in Mesopotamien. Die Begebenheiten in Babel (Genesis 11) brachte dann die göttliche Intervention der vielen verschiedenen Sprachen und als Folge davon die erste «Völkerwanderung» der einzelnen Familien, welche sich verstanden. Einige wenige Hochkulturen (wie z.B. Ägypten, China) entstanden, andere fanden herausfordernde Situationen, wie diejenige in Europa, wo wir damals noch Eis bis nach den Alpen hatten. Auch dieses Szenario wird in groben Zügen in diesem Buch so nachgezeichnet.

Die politisch gefärbten Seitenhiebe gehen immer wieder gegen die konservative Rechte. Migration wird vorbehaltslos als gut dargelegt. Da fehlt mir die Differenzierung und Nuancierung der komplexen Thematik.

Insgesamt betrachtet ein spannendes Buch. Leider kann es nur eine vage allgemeine Aussage über den sich anpassenden und sich weiterentwickelnden Menschen geben. Die eigentlichen, absolut wichtigen Fragen beantwortet es aber nicht:

Woher kommen wir wirklich, wer hat denn das unglaublich komplexe Programm, welches wir in unserer DNA haben programmiert? Dass es von alleine sich entwickelt hat, ist gemäss unseren heutigen Beobachtungen einfach unmöglich.

Weshalb sind wir hier, was ist denn der Zweck und wohin geht die Reise? Nun nicht einfach allgemein für die Menschheit sondern individuell. Du und ich, wo finden wir uns nach dem Tod? Wenn die Bibel recht hat, dann stehen wir dem Schöpfer, welcher dir und mir die Frage stellt: Was hast du mit meinem Geschenk des Lebens gemacht? Was hast du mit der Botschaft von Jesus Christus gemacht? Was hast du mit meinem Liebesbrief, der Bibel gemacht?

Für Interessierte habe ich noch zwei weitere Artikel zum Thema:

https://www.icr.org/article/viking-dna-highlights-post-babel-genetic-diversity

https://www.icr.org/article/y-chromosome-study-confirms-genesis-flood-timeline

Kategorien: AktuellWissenschaft

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