3 Und der König befahl Aspenas, dem Obersten seiner Kämmerer, dass er ihm etliche von den Söhnen Israels bringen solle, die von königlichem Samen und von den Vornehmsten sein sollten, 4 junge Männer ohne Makel, schön von Gestalt und klug in aller Weisheit, einsichtsvoll und des Wissens kundig, die tüchtig wären, im Palast des Königs zu dienen, und dass man sie in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterwiese. 5 Diesen bestimmte der König den täglichen Unterhalt von der feinen Speise des Königs und von dem Wein, den er selbst trank, und [ordnete an], dass man sie drei Jahre lang erziehen sollte und dass sie danach dem König dienen sollten. 6 Unter ihnen befanden sich von den Söhnen Judas Daniel, Hananja, Misael und Asarja. 7 Diesen gab der oberste Kämmerer andere Namen; und zwar nannte er Daniel »Beltsazar«, Hananja »Sadrach«, Misael »Mesach« und Asarja »Abednego«. Daniel 1:3-7

Aspenas war der Oberste der engsten Diener des Köngis, der Eunuchen. Wahrscheinlich wurden diese jungen Männer aus den vornehmen Häusern von Jerusalem kastriert, damit sie als Eunuchen am Hofe Babylons dienen konnten. Dies wäre eine mögliche Erklärung, weshalb bei Daniel nie die Rede von einer Ehefrau und Kindern ist.

In 3 Jahren intensiven Studiums wurden diese jungen Juden in die damalige Weisheit und Sprache (inkl. Schrift) der Chaldäer eingeführt. Chaldäa und Babylon werden in der Bibel austauschbar verwendet.

Daniel und seine 3 Freunde befanden sich darunter. Als Zeichen der Macht und der Verfügungsgewalt gaben die Babylonier jedem dieser jungen Männer neue Namen. Die Namen hatten zu dieser Zeit immer auch eine Bedeutung und waren eng mit dem Glauben verbunden. So ist auch ein Vergleich der Bedeutung der Namen interessant, da die hebräischen Namen den Glauben an Jahwe, den im AT bezeugten Gott zeigt. Die erhaltenen Namen hingegen ehren die Götter der Babylonier.

  • Daniel hebr. »Gott ist mein Richter«; Beltsazar babyl. Belet-schar-ussur:»Die Herrin [Gemahlin Baals] bewahre den König«.
  • Hananja hebr. »Der Herr ist gnädig«; Sadrach geht zurück auf den Namen des obersten babyl. Gottes »Marduk«.
  • Misael hebr. »Wer ist wie Gott?«, Mesach viell. babyl. »Wer ist wie [der Mondgott] Aku?«.
  • Asarja hebr. »Der Herr ist meine Hilfe«, aram. Abednego »Knecht des Scheinenden«, eine Bezeichnung des babyl. Gottes der Schreibkunst, Nabu.
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